Die erste afroamerikanische Barbie

Ab wann gab es Barbies mit einer anderen Hautfarbe - eine afroamerikanische Barbie? Dieses Thema wird immer gerne in Zeitungsartikeln aufgegriffen und meistens nicht ganz richtig dargestellt.


Zum Beispiel war im Hamburger Abendblatt am 18. Nov. 2015 zu lesen: "Es dauerte bis 1980, ehe Barbie erstmals auch eine andere Hautfarbe bekam." Das stimmt so nicht.

1967 Black Francie 1st #11001966 bekam Barbie eine Cousine namens Francie, diese wurde auch als dunkelhäutige Version produziert. Für Sammler ist sie die erste dunkelhäutige Barbie. Die Black Francie war allerdings nicht sehr erfolgreich, nach zwei Ausgaben wurden sie wieder eingestellt. Stattdessen wurde ein eigener afroamerikanischer Charakter mit neuem Gesicht geschaffen. 1968 (zu ihrem 10. Geburtstag) bekam Barbie eine erste dunkelhäutige Freundin: Christie!

Zwei Jahre später wurde das afroamerikanische Pendant zu Ken vorgestellt: Brad - der erste Freund von Christie. Er wurde später zu Curtis und noch später durch Steven ersetzt.

Man kann natürlich argumentieren, dass Christie nicht der eigentlichen Barbiefigur entspricht. Christie = Christie und nicht Barbie. Aber Barbie ist ja nicht nur der Name einer einzelnen weißen Fashiondoll sondern auch die Markenbezeichnung dieses Spielzeugs.

1976 wurde Barbie mit dem neuen Superstar Gesicht vorgestellt. Mit diesem "echten" Barbiegesicht wurden ab 1977 auch dunkelhäutige Puppen hergestellt. Die hießen dann zwar Superstar Christie, aber sie waren die identische Puppe mit dunkler Hautfarbe.

Und schon 1975 gab es mit dem Steffie Face, das auch für Barbie verwendet wurde, eine dunkelhäutigeHawaian Barbie und eine neue afroamerikanische Freundin namens Cara.

1980 Black Barbie #1293Also im Sinne von Barbie als Marke hat Mattel schon ab 1966 afroamerikanische Barbies produziert. Richtig an dem Datum 1980 ist, dass in diesem Jahr erstmals eine dunkelhäutige Barbie (mit Steffie Face) erschien, die "Black Barbie" und nicht Christie oder Cara genannt wurde. Sie war also die erste dunkelhäutige Barbie, die "Barbie" hieß. Das stifftete jedoch Verwirrung oder kam nicht an, jedenfalls blieb es bei dieser einzigen Black Barbie - bis etwa 2014.

Da entwickelte Mattel ein neues Verkaufskonzept, demzufolge sind nun alle Dolls Barbie. Die Freundinnen Christie, Midge, Teresa... gibt es nicht mehr, auch sie sind "Barbie". Die vielen Dolls der Fashionista-Reihe heißen seit 2015 alle mit Hauptnamen Barbie, egal welche Haar- oder Hautfarbe sie haben. Um sie unterscheiden zu können, bekommen sie zusätzlich einen Fashionnamen, der ihr Outfit beschreibt.

Das Konzept macht den Barbieeinkauf für die Eltern vielleicht etwas leichter - sind ja alle Barbie. Schluss mit dem Geheule am Gabentisch: "Ich wollte aber Barbie und keine Teresa!" Auch im Spielzimmer gibt es keinen Stress mehr, wer die Barbie kriegt und damit die Hauptrolle spielt. Aber wie unterscheiden die Kids die vielen Barbies, wenn sie ihnen die Kleider ausgezogen haben und nicht mehr an der Bluse oder dem Shirt erkennen, dass dieses Exemplar Red Ruffles oder  Flower Fun heißt? Da war es mit Barbie, Christie und Teresa doch irgendwie leichter...

Man darf gespannt sein, wie lange sich das Konzept hält.