Lammily - Teenie-Doll mit "Realmaßen"

Über Barbies Körpermaße gab es schon viele Diskussionen. Der amerikanische Designer Nickolay Lamm hat Berechnungen erstellt, wie eine ModePuppe mit den Maßen einer 19-jährigen Durchschnitts-Amerikanerin aussehen würde und eine solche Doll über ein Crowdfunding realisiert.


Im Zuge der Barbie-Diskussionen gab es sogar wissenschaftliche Untersuchungen, dass sie mit dieser Figur gar nicht lebensfähig wäre, weil ihr Körper zu wenig Platz für die lebenswichtigen Organe bietet. Mit der Lammily Doll hat Nickolay Lamm eine Doll geschaffen, die uns ähnlicher ist. Seit Ende 2014 kann die erste Lammily Doll namens Mia via Online-Shop aus den USA geordert werden.

Mia kostet 25 Dollar, das Porto für den internationalen Versand liegt etwa bei 13 Euro, die Bezahlung ist per paypal möglich. Insgesamt hab ich 32 Euro für meine Mia gezahlt. Kurz vor Weihnachten ist sie bei mir angekommen. Damit die Haare nicht beim Fotografieren stören, hab ich ihr eine Mütze aufgesetzt.



Der erste Eindruck war: Wow da steckt was dahinter. Nicht nur weil Mia kräftiger als Barbie ist, sondern auch weil man eine ungewohnt kompakte Plastikpuppe in der Hand hält.



Als Modepuppe kann man sie mit ihren Maßen wohl nicht bezeichnen. Sie ist eine kräftige Teeny Doll, im Grunde ein komplett neues Puppenkonzept. Interessant ist nicht nur die Frage, ob sich Lammily dauerhaft im Kinderzimmer einbürgern kann, sondern auch, wie bzw. was spielen die Kinder mit ihr? Welche Geschichten entstehen mit ihr? Die gleichen, wie mit einem "perfekten" Modepüppchen? Oder spielen die Kids vielleicht mehr ihre Realität nach?

Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang eine (nicht repräsentative) Befragung, die unter Zweitklässlern an einer Pittsburger Schule durchgeführt wurde. Dabei sagten mehrere der Kinder: Sie sieht aus wie meine Schwester, oder jemand anderes Bekanntes aus dem Umfeld. Ganz putzig sind auch die Vorschläge für einen möglichen Beruf von Lammily, hier wurde mehrfach Lehrerin als erstes genannt. Barbie wird dagegen Model und ein Mädchen meinte, sie sieht nicht aus, als ob sie arbeiten würde.

Dass die berechneten "real" Maße von Mia doch nicht ganz so realistisch aussehen, liegt vor allem am stämmigen Oberkörper. Er scheint zu langezogen, was die Beine sehr kurz wirken lässt und es fehlt ihr an einer Taille. Mias Hals ist recht kurz, so dass sie leicht gedrungen wirkt. Von ihrer physiologischen Entwicklung (Brust und Taille) wäre Lammily eher im Alter von Skipper als von Barbie anzusiedeln.



Beweglichkeit:

Der Kopf lässt sich in alle Richtungen bewegen.

Die Knie lassen sich wie bei einer Bendable Barbie knicken. Laut Nickolay Lamm halten die Knie in drei Positionen. Am Anfang können die Beine noch etwas steif sein, aber nach 20-30 Mal knicken, lassen sie sich bis 75 Grad abwinkeln. Meine wollte anfangs nur 1,5 Positionen einnehmen, inzwischen lassen sich die Knie weiter knicken.

Die Ellbogen lassen sich ebenfalls in drei Positionen knicken, allerdings nur nach oben. Nach innen sind sie nicht knickbar. Das heißt, Mia kann nicht umarmen.






Die Handgelenke sind rundum beweglich und abnehmbar. So lässt sich Mia problemlos an- und ausziehen. Die Finger sind einzeln ausgestaltet.

Die Fußgelenke sind wie die Handgelenke rundum beweglich und abnehmbar. Manko, sie sind recht lose, sodass sie Mias Gewicht nur schlecht halten können. Wenn man sie abnimmt und wieder feste reindrückt, wird es etwas besser.



Mia hat sehr hübsche Finger und Zehen!





Ein zweites Manko ist meiner Ansicht nach die Form und Justierung ihres Oberkörpers. Man schafft es nicht, ihr einen geraden Stand zu verleihen.



Mia sieht aus, als würde sie leicht schräg nach vorne stehen. Ihr würde sicherlich ein Hüft-/Taillengelenk gut tun, damit man sie besser ausjustieren und auch beim Sitzen in eine realistische Haltung bringen kann.


 
Nachdem ich mit ihren Füßen "Probleme" hatte - Mia wollte darauf nicht stehen bleiben - hab ich sie ihr kurzerhand abgekommen und die Stümpfe in Männerstiefel gesteckt. Jetzt sieht sie nach Ferien auf dem Ponyhof aus. Aber das passt ja ganz gut. Laut Mias Storybook reist sie um die ganze Welt und war unter anderem auch auf einer australischen Schafsfarm. Mit den Stiefeln kann sie sich gleich an die Arbeit machen.





Zubehör:
Aktuell gibt es Mia als erste Lammily Edition. Dazu gibt es seit Januar 2015 verschiedene, wirklich schöne Kleidungssets, die preislich allerdings teilweise über dem Doll-Preis liegen. Witzig ist auch ein Aufkleber-Set, mit dem man Mia Pickel, Kratzer, Tattoos und sogar Cellulite verpassen kann.

Weil Emily The Toy Box Philosopher Mia bereits in allen nur denkbaren Posen fotografiert hat, hab ich mir die Arbeit gespart - weitere Fotos und interessante Details, gibt es in Emilys Blog.